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Welches sind die Risiken beim Investieren in Wertschriften?
Beim Investieren in Wertschriften besteht das Risiko im Verlustpotenzial bzw. in den Wertschwankungen. Je höher das Risiko, desto höher sind die Schwankungen. Ausgedrückt wird das Risiko mit der einfachen jährlichen Standardabweichung, auch Volatilität genannt. Je nach Investition sind die Risiken unterschiedlich hoch. Bei Obligationen mit guter Bonität und eher kurzer Laufzeit ist die Gefahr eines Verlustes beispielsweise eher gering, während bei Aktieninvestments das Risiko bedeutend höher ist. Wichtig ist, dass sich Anleger der Risiken bewusst sind und bei einer Börsenkorrektur nicht die Nerven verlieren. Bei der Bestimmung der Anlagestrategie sind, neben der Liquiditätsplanung, die Risikofreudigkeit des Anlegers sowie seine Risikofähigkeit die wichtigsten Parameter.
Wie kann das Risiko beim investieren in Wertschriften reduziert werden?
Zunächst muss festgehalten werden, dass der Anleger mit Wertschriften kurzfristig immer ein Schwankungsrisiko eingeht. Deshalb ist der Anlagehorizont in jedem Fall entscheidend. Nur wer seinen Anlagen genügend Zeit einräumen kann, sich nach einer Korrektur wieder zu erholen, sollte in Wertschriften, insbesondere in Aktien investieren. Weiter werden die Wertschwankungen einer Anlage reduziert, indem die Risiken breit gestreut und Instrumente eingesetzt werden, die eine geringe Korrelation aufweisen. Weil viele Anleger ein Verlangen nach Sicherheit haben, bieten immer mehr Banken und Finanzgesellschaften Produkte mit einer Kapitalerhalt-Garantie an. Die Absicherung ist im Normalfall relativ teuer und lässt sich durch die richtige strategische Ausrichtung oftmals kostengünstiger umsetzen.
Was versteht man unter Anlagestrategie?
Grundsätzlich versteht man unter Anlagestrategie die Aufteilung der Wertschriften in verschiedene Risikokategorien. Während Geld auf dem Konto oder Obligationen in Schweizer Franken normalerweise tiefe Risiken aufweisen, geht ein Anleger mit Aktien höhere Risiken ein. Die Anlagestrategie muss auf die persönlichen Bedürfnisse des Anlegers abgestimmt werden. Die wichtigsten Bestimmungsfaktoren sind der Anlagehorizont, die zu erwartenden Geldflüsse und Ihre persönliche Risikotoleranz. Die Anlagestrategie sollte auf die individuelle Steuersituation und die restlichen Vermögenswerte abgestimmt werden. Einige Banken bieten so genannte Standardstrategien mit unterschiedlichem Risiko an (z.B. Zinsertrag, Einkommen, Ausgewogen, Wachstum und Kapitalgewinn).
Welches sind die wichtigsten Parameter beim Bestimmen der persönlichen Anlagestrategie?
Um eine langfristig zielgerechte Anlagestrategie zu bestimmen, sollte eine grobe Finanzplanung erstellt werden. Nur so können zukünftige Geldflüsse (Ab- und Zuflüsse), welche ein sehr wichtiges Bestimmungskriterium darstellen, hergeleitet werden. Dadurch wird verhindert, dass der Anlagehorizont falsch eingeschätzt wird und die Strategie immer wieder angepasst werden muss. Anpassungen sind immer mit Kosten verbunden.
Neben dem Anlagehorizont ist Ihre persönliche Risikofreudigkeit ein weiterer wichtiger Parameter. Bei der Bestimmung der Risikofreudigkeit geht es darum, herauszufinden, wie Sie persönlich mit Schwankungen bzw. mit Verlusten umgehen können.
Was bedeutet Diversifikation?
Unter Diversifikation versteht man eine breite Streuung der Investitionen auf verschiedene Anlagemöglichkeiten zur Reduktion der Kursschwankungen. Damit soll das Verlustrisiko reduziert werden. Man kann die Anlagen innerhalb einer Risikokategorie (z.B. im Aktienbereich) oder über das Gesamtvermögen diversifizieren. Nur das sogenannte systematische Risiko, welches durch den Gesamtmarkt vorgegeben ist, kann nicht eliminiert werden. Für das systematische Risiko wird der Anleger dafür mit einer höheren Renditeerwartung entschädigt. Der Investor sollte also unabhängig von seiner Risikotoleranz die Anlagen breit streuen, um unnötige Risiken zu vermeiden.
Was bedeutet Klumpenrisiko?
Wenn der Anleger einen Grossteil seiner Gelder in eine einzige Anlagemöglichkeit investiert, spricht man von Klumpenrisiko. Er läuft Gefahr, einen grossen Teil seiner Gelder zu verlieren, wenn er die Situation zum Zeitpunkt der Investition falsch eingeschätzt hat. Da niemand absolut sicher sein kann, dass seine Einschätzung stimmen, wird immer eine breite Diversifikation der Anlagen empfohlen.
Wer sollte in Wertschriften investieren?
Jeder sollte in Wertschriften investieren, wenn er folgende beiden Fragen mit ja beantworten kann:
Kann ich über einen gewissen Zeitraum auf mein Anlagevermögen oder einen Teil davon verzichten?
Kann ich mit kurzfristigen Kursschwankungen umgehen?
Risikoarme Anlagen brauchen weniger Zeit, um sich von einer allfälligen Korrektur zu erholen als risikoreichere Anlagen. Wir empfehlen sichere Obligationenanlagen ab einem Anlagehorizont von rund 2 Jahren. Auf Gelder, welche in Aktien investiert werden, sollte der Anleger mindestens 10 Jahre verzichten können. Nur so kann er trotz wiederkehrender Börsenkorrekturen eine hohe Rendite erwarten. Bevor man sich für eine konkrete Anlagestrategie entscheidet, sollte man die persönliche finanzielle Situation und die Risikobereitschaft hinterfragen.
Was genau ist eine Aktie, was sind die Vor- und Nachteile?
Eine Aktie ist ein Wertpapier, welches einen Anteil an einer Gesellschaft verbrieft. Jedem Aktionär gehört demnach ein Bruchteil des Unternehmens und er kann dadurch von einem guten Geschäftsgang des Unternehmens profitieren. Investoren versuchen den tatsächlichen Wert eines Unternehmens zu eruieren. Dafür sind Prognosen über den zukünftigen Geschäftsverlauf notwendig. Durch Neuigkeiten am Markt und psychologische Faktoren verändern sich die Prognosen und der Aktienkurs schwankt täglich. Dies ist auch der Nachteil beim Investieren in Aktien. Das kurzfristige Verlustpotenzial ist grösser als bei anderen Anlagemöglichkeiten. Für das eingegangene, sogenannte systematische Risiko, wird der Anleger langfristig mit einer höheren Renditeerwartung entschädigt. Bei Aktien liegt diese langfristig bei rund 8 Prozent, wobei nur der Dividendenteil der Einkommenssteuer unterliegt. Der gesamte Kursgewinn muss in der Schweiz nicht als Einkommen versteuert werden, was je nach Grenzsteuersatz einer Renditenerhöhung nach Steuern von bis zu 40% gleichkommt. Betrachtet man die Vergangenheit, so war eine breit gestreute Aktienanlage für langfristig orientierte Anleger eine sinnvolle Investition.
Was ist eine Obligation, welches sind die Vor- und Nachteile?
Eine Obligation ist ein Wertpapier mit einem festen oder variablen Zinssatz. Der Käufer einer Obligation stellt dem Schuldner für einen im Voraus definierten Zeitraum Fremdkapital zur Verfügung und wird dafür mit einem Zins entschädigt. Im Gegensatz zum Aktionär ist ein Obligationär Gläubiger und nicht Miteigentümer der Gesellschaft. Der Vorteil einer Obligation als Investitionsmöglichkeit liegt in der Sicherheit der Anlage, sofern man Schuldner mit einer hohen Bonität auswählt. Ein Nachteil ist, dass die gesamten Zinserträge in der Schweiz als Einkommen versteuert werden müssen. Der Anleger sollte vor dem Kauf einer Obligation deshalb immer die Rendite auf Verfall unter Berücksichtigung seines Grenzsteuersatzes berechnen. Oft weisen Obligationen mit einem hohen Coupon eine schlechtere Rendite nach Steuern auf, als solche mit einem tiefen Coupon.
Was versteht man unter einem Hedge-Fonds?
Der Name Hedge-Fonds stammt vom englischen Wort Hedge ab und bedeutet soviel wie Absicherung. Hedge-Fonds haben zum Ziel, dass sie, unabhängig von der Kursentwicklung an den Finanzmärkten, eine positive Rendite erwirtschaften. Im Gegensatz zu den übrigen Anlagefonds ist der Hedge-Fonds bei der Auswahl der Anlagen viel freier, weil es bedeutend weniger gesetzliche Schranken gibt. Es existieren unterschiedlichste Investmentstrategien mit ganz verschiedenen Risiken. Bevor sich ein Anleger für einen Hedge-Fonds entscheidet, sollte er die Ausrichtung des Fonds sehr genau hinterfragen und sich nicht von Vergangenheitsrenditen blenden lassen. Hedge-Fonds werden bei vielen Portfolios vor allem aus Diversifikationsüberlegungen eingesetzt.
Was sind Exchange Traded Funds (ETF's)?
ETF's sind kostengünstige Anlageprodukte, die einen Index, wie beispielsweise den SMI oder den Dow Jones, abbilden. Weil der Fondsmanager nicht aktiv ins Geschehen eingreift, sondern nur den zugrunde liegenden Index nachbildet, nennt man ETF's auch passive Anlageprodukte. Wenn man sich für die richtigen Indices entscheidet, ist eine breite Diversifikation, ähnlich wie bei Anlagefonds, möglich. Dies und der Umstand, dass ETF's bedeutend kostengünstiger sind als aktive Fonds, haben in den letzten Jahren zu einer wachsenden Beliebtheit dieser Finanzinstrumente geführt.
Was sind strukturierte Produkte?
Darunter versteht man Produkte, welche sich aus verschiedenen Anlageinstrumenten zusammensetzen. Zu den bekanntesten Produkten gehören diejenigen mit einem (bedingten) Kapitalschutz. Solche Produkte werden von den meisten Finanzinstituten angeboten.
Strukturierte Produkte sind komplex aufgebaut und die genaue Funktionsweise sollte vor dem Kauf vom Anleger hinterfragt werden. Nur so kann er das eingegangene Risiko abschätzen und die Gebührenstruktur hinterfragen. Oft gibt es kostengünstige Alternativen, um den gewünschten mittelfristigen Sicherheitseffekt solcher nachzubilden.
Was versteht man unter Value Investing?
Der Value Investor versucht mittels fundamentaler Analyse, Aktien ausfindig zu machen, die aktuell unter ihrem tatsächlichen Wert gehandelt werden. Oft handelt es sich um Unternehmen, die schlechte Nachrichten publizieren mussten oder sich in einer Umbruchsphase befinden. Da sich die Anleger oft nur für kurzfristige Gewinn- und Umsatzentwicklungen interessieren, werden solche Aktien teilweise mit einem Abschlag gehandelt. Der Value Investor glaubt daran, dass die Börse die relative Unterbewertung gegenüber dem Gesamtmarkt mittelfristig korrigiert und er dadurch langfristig eine höhere Rendite erwirtschaften kann.
Was sind Retrozessionen / Kickbacks?
Retrozessionen sind Provisionen, die für den Privatanleger im Normalfall nicht sichtbar sind. Sie werden von Produktanbietern und Banken an die Vermögensverwalter oder Produktvermittler bezahlt, damit diese die entsprechenden Finanzprodukte bei Ihren Kunden einsetzen oder diese empfehlen. Solche Provisionen fliessen beim Kauf und Verkauf von Anlagefonds in Form von Ausgabeaufschlägen sowie als jährliche Rückvergütung eines Teils der Fondsgebühren (Management Fee). Weiter erhalten Vermögensverwalter Rückvergütungen bei der Courtage beim Kauf und Verkauf von Wertschriften, bei der Depotführungsgebühr und teilweise auch bei Devisengeschäften.
Was versteht man unter Growth Investing?
Der Growth Anleger investiert in Unternehmen mit einer hohen Zuwachsrate beim Umsatz und Gewinn. Er rechnet damit, dass diese Entwicklung auch in Zukunft anhält oder sich sogar steigern lässt. Solche Wachstumsaktien weisen normalerweise ein höheres Kurs-/Gewinnverhältnis auf als der Gesamtmarkt, was sich durch gute Zukunftsprognosen rechtfertigen lässt. Investoren sind also bereit, für überdurchschnittliches Wachstum einen höheren Preis für eine Aktie zu bezahlen.
Wann spricht man von einer Spekulationsblase?
Wenn die Märkte bereits überteuert sind und die Kurse trotzdem laufend steigen, ohne auf die realwirtschaftlichen Gegebenheiten zu reagieren. Solche Situationen kann es geben, weil die Anleger zu euphorisch werden und das Gefühl bekommen, etwas zu verpassen, wenn sie nicht investiert sind. Negative Nachrichten werden ignoriert und positive dazu verwendet, die steigenden Kurse zu rechtfertigen. Wie der Name andeutet, enden solche Spekulationsblasen meistens abrupt mit einer starken Korrektur an den Märkten.