Hypothekarmodelle

«Viele Banken kreieren ihre eigenen Hypothekarmodelle. Diese sind oft intransparent und können nur schwer mit Konkurrenzofferten verglichen werden.»


Im Grundsatz gibt es nur zwei verschiedene Hypothekarmodelle: Die Festhypothek Festhypotheken haben üblicherweise eine Laufzeit von 1 bis 10 Jahren. Während dieser Laufzeit ist der Zins für die Hypothek fixiert. Die Hypothek kann während der Laufzeit nicht gekündigt werden oder nur gegen Bezahlung einer (teilweise hohen) Vorfälligkeitsprämie. mit einem festen Zins und fixer Laufzeit und die variable Hypothek Bei einer variablen Hypothek wird der Zinssatz vom Kreditgeber laufend an die Zinsentwicklung auf dem Kapitalmarkt angepasst. Unter Einhaltung der Kündigungsfrist sind variable Hypotheken jederzeit kündbar. mit unbeschränkter Laufzeit und variablem Zins.


In der Praxis haben Banken viele verschiedene Hypothekarvarianten kreiert, welche die beiden Standard-Modelle auf verschiedene Weise kombinieren und teilweise mit Absicherungsmechanismen gegen steigende Zinsen versehen.

Die variable Hypothek

Die variable Hypothek ist geeignet für Liegenschaftsbesitzer, die keine längerfristige Finanzierung suchen, beispielsweise weil die Liegenschaft in naher Zukunft verkauft werden soll oder weil die weitere Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten abgewartet werden will. Wer eine variable Hypothek abschliesst, erwartet ein gleichbleibendes oder fallendes Zinsniveau, kann aber auch das Risiko plötzlich stark steigender Zinsen tragen. Bei der variablen Hypothek ist die Zinsanpassung bei den meisten Anbietern intransparent und unterliegt auch politischen Einflüssen. Der Kreditnehmer hat keine Gewissheit, dass Zinsreduktionen am Markt (möglichst schnell) an ihn weiter gegeben werden.

Zinssatz variabel HypothekZinssatz am MarktZinssatzLaufzeit

Die LIBOR-Hypothek

Die LIBOR-Hypothek London Interbank Offered Rate. Kurzfristiger Zinssatz, zu dem Banken am Londoner Geldmarkt Gelder aufnehmen beziehungsweise anbieten können.
ist eine Alternative zur variablen Hypothek. Der Vorteil im Vergleich zur variablen Hypothek liegt in der hohen Transparenz in Bezug auf die Gestaltung des Zinssatzes. Zinsanpassungen erfolgen je nach Vereinbarung im regelmässigen Rhythmus. Zusätzlich zum transparenten Libor-Zinssatz verrechnet die Bank eine fixe und dem Kunden bekannte Marge. Der Hypothekarzins passt sich so eins zu eins dem Marktzins an.

 
 
 
Zinssatz Libor-HypothekLIBOR-ZinssatzLaufzeitBankmarge /RisikoprämieZinssatz

Die Festhypothek

Bei der Festhypothek wird der Zinssatz zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber für eine fixe Laufzeit im Voraus vereinbart. Der Hypothekarnehmer profitiert während der Laufzeit nicht von Zinsreduktionen am Markt, Zinserhöhungen muss er jedoch auch nicht befürchten. Er hat damit Gewissheit über die während der Laufzeit anfallenden Kapitalkosten. Festhypotheken haben in der Regel eine Laufzeit zwischen 1 und 10 Jahren, vereinzelt können auch längere Laufzeiten vereinbart werden. Eine Festhypothek schliesst ab, wer künftig steigende Zinsen erwartet. Weil die Höhe der Zinszahlungen planbar ist, wird die Festhypothek auch von Kreditnehmern geschätzt, die eine gewisse Zinsbelastung nicht überschreiten können (Budgetsicherheit).

Zinssatz FesthypothekLaufzeitZinssatzZinsniveau am Markt

Kombinationen verschiedener Hypothekarmodelle

Es gibt verschiedenste Spezialmodelle und viele Banken kreieren ihre eigenen Hypothekarvarianten. Die Ziele sind meistens Zinsglättung oder Zinsabsicherung. Oftmals steckt viel Marketing hinter den Konstruktionen der Hypothekarinstitute. Auch hier gelten dieselben Regeln: Zinsen sollten mit anderen Angeboten vergleichbar sein und Transparenz in Bezug auf die Art der Zinsgestaltung ist immer von Vorteil.
 

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