Artikel: Säule 3a – auch für Junge interessant

15. Dezember 2016

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Wer noch in die Säule 3a einzahlen will, muss sich beeilen. Oft wird gesagt, dass die Säule 3a Bildet die dritte Säule des Schweizer Vorsorgesystems (private Vorsorge). Sie soll den Arbeitnehmern eine Sparmöglichkeit mit steuerlichen Vorteilen bieten. Der einbezahlte Betrag kann vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden.
vor allem für ältere Personen und nicht für junge sinnvoll ist. Diese Aussagen beruhen vor allem auf zwei Annahmen: Das Kapital in der Säule 3a wird bis zur Pensionierung Ausstieg aus dem Erwerbsleben. Das ordentliche Pensionierungsalter beträgt bei Frauen 64 Jahre, bei Männern 65 Jahre. Bei der Pensionierung ändert sich die Einkommens- und Vermögenssituation: Das Berufseinkommen (Lohn) wird durch die AHV- und Pensionskassenrente (oder Kapitalauszahlung) ersetzt und andere Vorsorgegelder (z.B. Säule 3a) müssen in das übrige Vermögen integriert werden. nicht angetastet und 3a-Sparer würden ihr gesamtes Vermögen in Aktien Ein Wertpapier, welches den Anteil an der Gesellschaft verbrieft. Die Höhe des Anteils am Grundkapital wird durch den Nennwert festgelegt. Der tatsächliche Wert der Aktie entspricht hingegen dem Kurswert an der Börse (Börsenkapitalisierung geteilt durch Anzahl Aktien). Die Aktie bietet dem Inhaber, sofern das Unternehmen erfolgreich wirtschaftet, zwei Einkommensquellen: Einerseits Dividendenzahlungen und andererseits die Chance auf einen langfristig steigenden Kurswert (Kursgewinn).
anlegen, wenn sie auf ein 3a-Konto Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in die Säule 3a einzuzahlen. Ein normales 3a-Konto ist die einfachste Variante. Weitere Möglichkeiten sind: 3a-Lebensversicherungen oder 3a-Anlagefonds. Immer mehr gibt es auch individuelle 3a-Lösungen. verzichten würden. Beide Annahmen stimmen in vielen Fällen nicht.

Säule 3a - nur bedingt gebunden

Wenn junge Leute grössere Beträge sparen, tun sie dies meistens für ein Eigenheim. Durch die Möglichkeiten der Wohneigentumsförderung Die Wohneigentumsförderung ist eine staatspolitische Massnahme und hat zum Ziel, dass sich mehr Leute ein Eigenheim leisten können. Bei der Wohneigentumsförderung geht man davon aus, dass selbstgenutztes Wohneigentum als adäquates Mittel zur Vorsorge geeignet ist. Während bei jüngeren Leuten die Wohneigentumsförderung hauptsächlich als „Starthilfe“ zur Finanzierung von Wohneigentum gebraucht wird, kann sie unter gewissen Voraussetzungen bei angehenden Rentnern als Steueroptimierungsinstrument eingesetzt werden. kann jeder 3a-Sparer sein Kapital beziehen, wenn er ein Eigenheim kauft oder renoviert. Bei (künftigen) Eigenheimbesitzern ist das 3a-Kapital somit faktisch nicht mehr gebunden und muss nicht bis zur Pensionierung im Vorsorgekreislauf bleiben. Das 3a-Kapital muss im Gegensatz zum Pensionskassenkapital Der Grossteil der Beiträge an die Pensionskasse wird nicht zur Absicherung der Risiken Tod und Invalidität benötigt, sondern langfristig angelegt. Das so entstehende Sparkapital kann zum Pensionierungszeitpunkt, beziehungsweise ab einem gewissen Alter, als (Teil-) Kapital oder Rente bezogen werden. bei einem allfälligen Verkauf der Liegenschaft auch nicht in die Säule 3a zurückbezahlt werden. Die Rendite Prozentuale Wertveränderung einer Anlage über einen bestimmten Zeitraum.
auf dem Konto nach Steuern ist dann hochinteressant (siehe Berechnungsbeispiel weiter unten). Ebenfalls vor der Pensionierung darf das Kapital bei der Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit, beim Auswandern oder im Falle einer Invalidität bezogen werden. Trifft keiner dieser Fälle ein, sparen die meisten tatsächlich für die (Früh-)Pensionierung. Die Gebundenheit des 3a-Kapitals ist also für viele kein grosser Nachteil.

Die Säule 3a ist im festverzinslichen Teil top

Oft wird auch behauptet, dass Aktien langfristig in jedem Fall eine höhere Rendite abwerfen als ein 3a-Konto und dass Wertschriften Verschiedene Investitionen / Wertschriften zusammengefasst als Ganzes. Mit dem Portfolio wird üblicherweise eine Gesamtstrategie verfolgt und die einzelnen Anlagen werden aufeinander abgestimmt. in der Säule 3a wegen des begrenzten Aktienanteils und der vergleichsweise hohen Gebühren Bankgebühren können transparent oder intransparent anfallen - es gibt eine grosse Anzahl verschiedener Gebühren. Banken haben sehr unterschiedliche Gebührenmodelle, die bei gewissen Instituten regelmässig angepasst werden. Zu den transparenten Gebühren gehören beispielsweise die Kosten für Wertschriftenkäufe (Courtage) oder die Depotführungsgebühr. Intransparent werden beispielsweise die Kosten bei Devisengeschäften den Bankkunden belastet. uninteressant sind. Richtig ist, dass Aktien bei einem sehr langen Anlagehorizont Unter Anlagehorizont versteht man, wie lange in in Wertschriften angelegte Gelder voraussichtlich nicht angetastet werden müssen. tatsächlich die höchste Renditeerwartung Je nach Aufteilung eines Wertschriftenportfolios kann eine Rendite prognostiziert werden. Die Rendite bezieht sich auf Vergangenheitswerte und das Erreichen der Rendite in der Zukunft ist ungewiss. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Rendite von einzelnen Anlageklassen langfristig viel weniger stark schwankt als kurzfristig. So kann beispielsweise mit hoher Wahrscheinlichkeit prognostiziert werden, dass Aktien bei einem sehr langen Betrachtungszeitraum eine deutlich höhere Rendite abwerfen als Obligationen. aufweisen. Trotzdem: Nur wenige Anleger investieren 100% ihres Wertschriftenvermögens in Aktien. Und so ist es meist sinnvoller, ein 3a-Konto zu haben, vom Steuervorteil Einazhlungen in die Säule 3a dürfen vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden. Je höher also der Grenzsteuersatz eines Anlegers ist, desto interessanter sind Einzahlungen in die Säule 3a. Ein weiterer Steuervorteil ist, dass das Kapital in der Säule 3a nicht als Vermögen versteuert werden muss. Bei der Auszahlung von Kapital aus der Säule 3a wird eine sogenannte Kapitalauszahlungssteuer fällig. Diese ist in den meisten Fällen aber tiefer als Steuereinsparung bei der Einzahlung. zu profitieren und gleichzeitig den Aktienanteil im restlichen (privaten) Vermögen ausserhalb der Säule 3a zu erhöhen. Entscheidend ist der Aktienanteil über das Gesamtvermögen – wo die Aktien gekauft werden, ist bezüglich Risiko Im Zusammenhang mit Wertschriften ist mit Risiko das Kursschwankungspotenzial gemeint. Je höher das Risiko, desto höher die Kursschwankungen. nicht entscheidend. Dazu ein Beispiel:

 

Annahme: Die Hälfte eines Gesamtvermögens von 100‘000 Franken soll in Aktien angelegt werden:

Investition in:

Rendite p.a. ohne Säule 3a

Rendite p.a. mit Säule 3a


Aktien, Rendite 6.25%1)

3'125 Fr.

(6.25% von 50'000 Fr.)

3'125 Fr.

(6.25% von 50'000 Fr.)

Obligationen, Rendite 0%2)

0 Fr.

(0% von 50'000 Fr.)

-

Säule 3a nach Steuereffekt3)

-

875 Fr.

(1.75% von 50'000 Fr.)


Total Rendite p.a. in Fr.

3'125 Fr.

4'000 Fr.


1) Renditeerwartung vor Steuern nach Gebühren: 7%. Annahme: 3% steuerbarer Ertrag (Dividende), Grenzsteuersatz von 25% => Rendite nach Steuern und Gebühren: 6.25%

2) Bundesobligation zehn Jahre oder Kontoguthaben aktuell: Rendite 0%

3) Zins auf dem 3a-Konto 0.65%. Einzahlung während 30 Jahren bei einer Steuereinsparung auf der Einzahlung von 25% (Grenzsteuersatz). Bei der Auszahlung wird eine Kapitalauszahlungssteuer von 10% angenommen. Daraus ergibt sich eine Nachsteuerrendite von gut 1.75%. Gebühren fallen bei den allermeisten 3a-Konten keine an. Ein weiterer Vorteil ist, insbesondere bei sehr vermögenden Personen, dass die Säule 3a nicht als Vermögen versteuert werden muss. Dieser zusätzlich positive Effekt ist in dieser Analyse nicht berücksichtigt.

Bei einem kurzen Anlagehorizont extrem hohe Renditen in der Säule 3a

Es wird schnell klar, dass es mit sicheren Anlagen ausserhalb der Säule 3a kaum möglich ist, eine Rendite von mehr als 1.7% nach Steuern und Kosten zu erzielen. Wenn also jemand einen Teil seines Vermögens sicher anlegt und nicht 100% in Aktien investieren will, kann dieser sichere Teil in vielen Fällen mit gutem Gewissen in die Säule 3a einbezahlt werden. In der Säule 3a müssen Erträge übrigens nicht als Einkommen versteuert werden – ein weiterer Vorteil insbesondere dann, wenn die Zinsen wieder steigen. In der obigen Beispielrechnung beträgt der jährliche Vorteil mit Säule 3a 875 Franken. Durch den Zinseszinseffekt Zinseszins ist der Zins (oder Anteil an der Gesamtrendite), der für bereits in einem früheren Berechnungszeitraum bezahlten Zins (oder Wertsteigerung) gutgeschrieben / erzielt wurde. Der Zinseszinseffekt beschreibt die exponentielle Veränderung eines Investitionsbetrages bei regelmässiger Verbuchung und Reinvestition der Erträge. kommen so schnell grössere Summen zusammen. Rutschen die Zinsen bei Obligationen wieder ins Minus, wird die Säule 3a vergleichsweise noch interessanter. Noch eine Anmerkung: Wenn der Anlagehorizont verkürzt wird, muss der Steuereffekt durch die Einzahlung auf weniger Jahre verteilt werden. Aus diesem Grund wird bei älteren Personen oder bei jungen, welche beispielsweise eine Immobilie kaufen und die 3a-Gelder früher beziehen, die Rendite massiv erhöht. Bei einem Anlagehorizont von zwanzig Jahren erhöht sich die Nachsteuerrendite unter den oben getroffenen Annahmen auf gut 2.3%, bei zehn Jahren auf 3.9% und bei fünf Jahren auf gut 6.5%. Ein Berechnungsbeispiel dazu finden Sie ganz unten auf dieser Seite.

Säule 3a ist ein sicherer Anker, auch für langfristige Anleger

Fazit: Wenn Sie Ihr Vermögen nicht ausschliesslich in Aktien anlegen, ist die Säule 3a gut geeignet, den festverzinslichen Teil abzudecken. Benötigen Sie das 3a-Kapital vor der Pensionierung, steht es Ihnen durch die Ausnahmeregelungen in vielen Fällen auch zur Verfügung. Wer zwar 100 Prozent seines gesamten Anlagevermögens in Aktien investiert, hat gute Chancen, damit langfristig besser abzuschliessen als mit 3a-Einzahlungen. Die Wertschwankungen sind dann aber massiv – Verluste von 30 Prozent oder mehr können in einem schlechten Börsenjahr eintreffen. Auch in diesen Zeiten müssen die Anleger den Mut haben, ihre Sparquote Die Sparquote gibt an, wie Geld jemand regelmässig spart. Meist ist mit Sparquote der jährliche Sparbetrag gemeint. Eine Sparquote kann auch negativ sein, vielfach spricht man dann vom Vermögensverzehr. immer voll in Aktien zu investieren. Wer dies nicht tut, wird langfristig kein erfolgreicher Aktienanleger sein und hätte mit grosser Wahrscheinlichkeit besser auf ein Säule 3a Konto einbezahlt.

Weiterführende Links

Aktuelle Zinsen in der Säule 3aWEF-Bezug aus der Säule 3a (Wohneigentumsförderung)Säule 3a - Bank oder Versicherung123-Pensionierung.ch - Informationen zur Säule 3a

 

 


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Nachweis Berechnung

Renditeberechnung für das Beispiel von einem Anlagehorizont von fünf Jahren in der Säule 3a:

Einzahlung: 6'000 Franken (die Höhe der Einzahlung hat auf die Rendite keinen Einfluss)

Steuereinsparung: 1'500 Franken (25% der Einzahlung => Grenzsteuersatz)

Einzahlung netto nach Steuern: 4'500 Franken (1'500 Franken werden direkt über die Steuerreduktion gespart)

Zins auf dem 3a Konto (Annhamne): 0.65% p.a.

Schlusskapital nach fünf Jahren: 5 Einzahlungen in 5 Jahren von 6'000 Franken bei einem Zins von 0.65% ergeben ein Schlusskapital von 30'393 Franken

Rendite: Bei 5 Einzahlungen à 4'500 Franken und einem Schlusskapital 30'393 Franken ergibt sich bei einer Anlagedauer von 5 Jahren eine Rendite von 6.8% pro Jahr.