Glossar

Ablösung einer HypothekRefinanzierung einer bestehenden Hypothek bei der Fälligkeit durch den aktuellen oder einen neuen Kreditgeber.

ABSSiehe Asset-backed Securities

Ad-hoc-PublizitätAktiengesellschaften, welche an der Börse kotiert sind, sind gesetzlich verpflichtet, kursbeeinflussende Fakten und Ereignisse unverzüglich zu publizieren. Zweck ist die Sicherstellung von Transparenz und die Gleichbehandlung der Anleger sowie die Funktionsfähigkeit der Effektenmärkte. Die Ad-hoc-Publizität dient ebenfalls der Insiderprävention, indem alle kursrelevanten Informationen schnellstmöglich verbreitet werden und ein allfälliger Informationsvorsprung von Insidern gegenüber den übrigen Marktteilnehmern abgebaut wird. Kursbeeinflussende Fakten sind z.B. Gewinneinbrüche, Fusionen oder geplante Übernahmen.

ADRAbkürzung für American Depository Receipts. Von US-amerikanischen Banken ausgestellte, an der Börse handelbare Aktienzertifikate über bei ihnen hinterlegte Aktien. Ein ADR kann sich auf mehrere Aktien, nur auf eine oder auch auf einen Bruchteil einer Aktie beziehen. Hauptsächlich an amerikanischen Börsen werden ADRs anstelle von ausländischen Aktien gehandelt. Durch ADRs wird für Aktiengesellschaften der Marktzutritt erleichtert, da sie sich nicht dem vollständigen Zulassungsverfahren der Börsenaufsicht unterziehen müssen.

AGAbkürzung für Aktiengesellschaft. Sie ist eine Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit (juristische Person), deren Eigentümer (Aktionäre) mit Ihrer Grundeinlage beteiligt sind. Nur die Aktiengesellschaft haftet für die Verbindlichkeiten der AG.

AgioBedeutet Aufgeld bei der Emission von Wertpapieren und weist die Differenz zwischen dem Nennwert und dem Ausgabepreis aus.

AHVAbkürzung für Alters- und Hinterbliebenenversicherung. Sie bildet die erste staatliche Säule des Schweizer Vorsorgesystems. Dank ihr soll das Existenzminimum gesichert werden. Frauen erhalten ab Alter 64 und Männer ab Alter 65 eine ordentliche Rente aus der AHV.

AHV-AufschubDer AHV-Bezug kann auf Wunsch aufgeschoben werden, was später zu einer höheren Rente führt. Die minimale Aufschubsdauer beträgt ein Jahr. Die maximale Aufschubsdauer darf fünf Jahre nicht überschreiten.

AHV-Beiträge für NichterwerbstätigeNichterwerbstätige müssen ab 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres Beiträge an die AHV entrichten. Die Beitragspflicht endet, wenn das ordentliche Rentenalter erreicht ist. Bei einer frühzeitigen Pensionierung wird die Höhe der Beiträge auf Grund des steuerbaren Vermögens und des 20fachen jährlichen Renteneinkommens berechnet.

AHV-VollrenteWer keine Beitragslücken bei der AHV hat, erhält die Vollrente. Die Vollrente ist nicht zu verwechseln mit der Maximalrente. Die Definition der Vollrente bezieht sich nur auf die Anzahl Beitragsjahre, nicht jedoch auf die Höhe der durchschnittlichen Einkommen.

AHV-VorbezugDie AHV kann auf Wunsch der versicherten Person um ein oder zwei Jahre vorbezogen werden. Die Kürzung beträgt 6.8% pro Vorbezugsjahr, wobei Frauen bis Jahrgang 1947 von einem Sondersatz von 3.4% profitieren.

AktieEin Wertpapier, welches den Anteil an der Gesellschaft verbrieft. Die Höhe des Anteils am Grundkapital wird durch den Nennwert festgelegt. Der tatsächliche Wert der Aktie entspricht hingegen dem Kurswert an der Börse (Börsenkapitalisierung geteilt durch Anzahl Aktien). Die Aktie bietet dem Inhaber, sofern das Unternehmen erfolgreich wirtschaftet, zwei Einkommensquellen: Einerseits Dividendenzahlungen und andererseits die Chance auf einen langfristig steigenden Kurswert (Kursgewinn).

AktienbuchAktiengesellschaften, die Namensaktien emittiert haben, sind dazu verpflichtet ein Aktienbuch (Aktienregister) zu führen. Dort ist jeder Aktionär mit Name, Geburtsdatum und Adresse aufgelistet. Wer nicht im Aktienbuch eingetragen ist, zählt nicht als Aktionär.

Aktienfondssiehe Fonds

Aktiengesellschaftsiehe AG

Aktienindexsiehe Index

AktienkapitalDas Grundkapital einer Aktiengesellschaft. In der Schweiz beträgt es im Minimum 100'000 Franken.

AktienmarktAuf dem Aktienmarkt werden Aktien gehandelt. Nebst der Börse gibt es noch einen Graumarkt oder ausserbörslichen Handel. Wird häufig als Synonym für die gesamte Börse verwendet.

AktienpaketGrössere Anzahl Aktien einer Gesellschaft, die als Ganzes gehandelt werden.

Aktienregistersiehe Aktienbuch

AktiensplitUmwandlung einer bestehenden Aktien in mehrere neue Aktien. Ein Aktiensplit im Verhältnis 2:1 bedeutet, dass der Aktionär in Zukunft anstatt eine, neu zwei Aktien besitzt. Durch den Aktiensplit soll die Aktie optisch günstiger und damit attraktiver erscheinen.

AktionärEigentümer von Aktien einer AG und damit Miteigentümer der Gesellschaft.

Aktive ProdukteVon aktiven Produkten spricht man in der Finanzwelt, wenn der verantwortliche Produktmanager aktiv versucht, eine Index-Benchmark zu übertreffen. Mit einer aktiven Steuerung (Übergewichtung und Untergewichtung von einzelnen Anlagen gegenüber einer Benchmark) soll eine Outperformance erzielt werden. Diese aktive Steuerung verursacht hohe Kosten, weshalb es nur ein Teil der aktiven Produkte schafft, das Ziel einer Mehrrendite nach Gebühren zu erreichen. Viele Produkte, oftmals Anlagefonds, halten sich sehr nahe an der zugrunde liegenden Benchmark und managen nur einem kleinen Teil des Vermögens aktiv. Solche Produkte sind wenig sinnvoll, da auch für den passiven Teil die hohen Gebühren für ein aktives Management anfallen.

AktivgeschäftSammelbegriff für alle Bankgeschäfte, die die Aktivseite der Bankbilanz betreffen. Dazu gehören v.a. Forderungen gegenüber Kunden wie Hypotheken oder Kredite. (Gegensatz: Passivgeschäft)

AktivzinsenZinseinnahmen der Banken aus Kredit- und Hypothekargeschäften.

All-In-GebührBei All-In Bankgebühren sind üblicherweise die Depotführungsgebühren und die Transaktionsgebühren abgedeckt. Teilweise beinhaltet die All-In auch weitere Dienstleistungen wie Steuerbescheinigung, Bancomatbezüge, Geldtransfers, Kreditkarten usw. Banken bieten vielfach auch eine All-In-Fee an, die zusätzlich auch die Vermögensverwaltungsgebühren abdeckt. Nie in der All-In-Fee enthalten sind Produktgebühren bei zum Beispiel Anlagefonds oder strukturierten Produkten, sowie Kosten bei Devisengeschäften.

Alte AktienAktien, die bereits vor einer Kapitalerhöhung im Umlauf waren.

American Stock ExchangeAuch Amex genannt. Weltweit grösste Börse in den USA.

Amexsiehe American Stock Exchange

amortisierenRückzahlung der auf einer Liegenschaft lastenden Hypothek. Eine Amortisation kann Schrittweise erfolgen, was bei einer Hypothek im 2. Rang üblich ist. Ob eine Hypothek amortisiert werden soll, hängt in erster Linie von der Gesamtvermögensstruktur und der individuellen Steuersituation des Liegenschaftseigentümers ab.

AnalystenVersuchen mit verschiedenen Methoden ein möglichst genaues Bild einer Aktiengesellschaft zu gewinnen und geben entsprechende Kauf- oder Verkaufsempfehlungen ab. Analystenkommentare können kurzfristig starke Auswirkungen auf die Kursentwicklung einzelner Wertpapiere haben.

AnlagefondsEin Fonds ist eine breit gestreute Geldanlage. Die Fondsgesellschaft sammelt das Geld vieler Anleger und investiert es in verschiedene Anlagekategorien wie Aktien, Obligationen, Immobilien oder Rohstoffe etc.. Der Vorteil der Fondsanlage besteht darin, dass der einzelne Anleger bereits mit einem bescheidenen
Kapitaleinsatz von der Risikostreuung des gesamten Fonds profitiert. Nachteilig sind die meistens relativ hohen Gebühren, die genau hinterfragt werden müssen.

AnlagehorizontUnter Anlagehorizont versteht man, wie lange in in Wertschriften angelegte Gelder voraussichtlich nicht angetastet werden müssen.

AnlageinstrumentSämtliche Anlagemöglichkeiten, die einem Investor zur Auswahl stehen.

AnlagekategorieUm Investitionsmöglichkeiten nach Risiko- und Renditeprofil zu gliedern, werden oftmals verschiedene Anlagekategorien gebildet. Die Wertschriften, welche in derselben Anlagekategorie zusammen gefasst werden, sollten sich in Bezug auf Renditechancen und Risiko möglichst ähnlich verhalten.

AnlagestrategieHäufig verwendete Bezeichnung für die Aufteilung der Anlagemittel auf verschiedene Anlagekategorien / Anlageklassen mit unterschiedlichem Risiko. Die gewählte Anlagestrategie ist entscheidend für die Schwankungen des Anlagevermögens und die erwartete langfristige Rendite.

Anleihesiehe Obligation

Antizyklisches AnlegenDer Investor handelt gegen den aktuellen Markttrend. Er kauft Aktien, wenn alle Investoren verkaufen und umgekehrt. Er glaubt, dass sich
Aktienkurse mittelfristig an der fairen Bewertung orientieren und lässt sich nicht von kurzfristigen Trends leiten.

ArbitrageAusnützen von Kursunterschieden gleicher Güter oder Anlagen auf verschiedenen Märkten. Die Anlagen werden auf dem günstigsten Markt gekauft und gleichzeitig auf dem teuersten Markt verkauft.

Asset-backed SecuritiesOberbegriff für Anleihen, die mit gebündelten Vermögenswerten gesichert sind. Eine Form von ABS's sind die sogenannten MBS (Mortgage-backed Securities), bei denen Hypotheken hinterlegt werden. Spezialisierte Institute bündeln und verbriefen die Assets und platzieren sie unter Investoren.

Aufwertungsfaktor bei der Berechnung der AHV-RenteDer Aufwertungsfaktor bei der AHV dient zum Ausgleich der Inflation, damit frühere Beitragsjahre ähnlich stark gewichtet werden wie spätere. Die AHV stellt eine Aufwertungstabelle zur Verfügung.

AusgabeaufschlagOft werden dem Kunden beim Kauf eines Fonds Kommissionen in Rechnung gestellt. Diese können je nach Fonds und Anbieter bis 5% ausmachen und gehen zu Lasten des Investors bzw. dessen Rendite. Die Gebühr fliesst oftmals in den Vertrieb oder geht direkt zu Gunsten der Fondsgesellschaft.

AusgabepreisPreis, den Investoren bei der Emission von Wertpapieren zu zahlen haben oder Verkaufspreis von Fondsanteilen.

Ausländische ObligationenEs gibt zwei Arten von ausländischen Obligationen. Zum einen sind es Obligationen, die im Ausland emittiert werden und auf die jeweilige Währung lauten und zum anderen sind es Obligationen von ausländischen Schuldnern, die in der Schweiz in Schweizer Franken emittiert werden.

AusschüttungMeistens versteht man darunter die Auszahlung des Unternehmensgewinns in Form von Dividenden an die einzelnen Aktionäre.

Ausserbörslicher HandelHandel mit Wertpapieren ausserhalb der regulären Börsensitzung. Meistens handelt es sich um grosse Transaktionen zwischen Marktteilnehmern, bei denen der Preis zwischen den Parteien frei vereinbart wird.