Die AHV aufschieben

Neben einem Vorbezug der AHV-Rente ist es auch möglich die Auszahlung der Rente um ein bis maximal fünf Jahre aufzuschieben. Ein Aufschub bewirkt, dass während der Aufschubzeit keine Renten bezahlt werden. Als Gegenleistung wird später eine höhere AHV-Rente bezahlt. Ob sich ein Aufschub lohnt ist massgeblich von der eigenen Restlebenserwartung sowie der Steuersituation abhängig. Wird nach Erreichen des ordentlichen Pensionierungsalters weiterhin einer Erwerbstätigkeit nachgegangen so kann ein Aufschub der AHV prüfenswert sein.

AHV aufschieben – das ist wichtig

  • Die AHV kann ein bis fünf Jahre aufgeschoben werden
  • Die Mindestdauer für einen AHV Aufschub beträgt 1 Jahr
  • Nach einem Jahr kann die AHV Rente monatlich abgerufen werden
  • Der Zuschlag der AHV-Rente beläuft sich auf 5.2% bis 31.5%
  • Eine Anmeldung des Aufschubs ist zwingend
  • Ohne Anmeldung entfällt ein Anspruch auf einen Zuschlag

Ein Vorteil ist: Die Dauer des Aufschubs muss nicht vorab bestimmt werden. Nach der minimalen Aufschubdauer von einem Jahr kann die Rente jederzeit (auf Monatsende) abgerufen werden. Für den Aufschub besteht ein Anspruch auf einen Zuschlag zur Altersrente. Dieser richtet sich nach der Dauer des Aufschubs und wird in Prozent der Rentenhöhe definiert. Dabei wird nicht zwischen Frauen und Männer unterschieden.

Wichtig: Ein Aufschub muss innerhalb eines Jahres ab Erreichen des ordentlichen Pensionierungsalters angemeldet werden. Bei verpassen der Frist besteht kein Anspruch mehr auf einen Zuschlag zur AHV-Rente.

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Zuschläge bei einem Aufschub

Stand 2022

Anzahl Jahre0 bis 2 Monate3 bis 5 Monate6 bis 8 Monate9 bis 11 Monate
15.2%6.6%8.0%9.4%
210.8%12.3%13.9%15.5%
317.1%18.8%20.5%22.2%
424.0%25.8%27.7%29.6%
531.5%

Rentenbezug während der Aufschubszeit

Um die AHV-Rente während des Aufschubs abzurufen muss die Auszahlung beantragt werden. Nach Ablauf der maximalen Aufschubzeit von fünf Jahre erfolgt eine automatische Auszahlung. Das notwendige Formular ist bei den AHV Ausgleichskassen verfügbar. Ohne Angabe des Zeitpunkts ab welchem die AHV bezogen werden will erfolgt die Auszahlung unmittelbar ab dem Folgemonat des Antragsdatums.

Ein Tipp: Achten Sie bei einem Abruf der Rente nach einem Aufschub darauf, dass der Bezug auf den Beginn eines Dreimonatsabschnitts festlegen um von einem höheren Zuschlag zu profitieren (siehe Tabelle oben).

Häufige Fragen zum AHV Aufschub

Ein Widerruf während der Mindestaufschubdauer von einem Jahr ist problemlos möglich. In einem solchen Fall werden die aufgelaufenen AHV-Renten rückwirkend ab Beginn des Anspruchs nachbezahlt, jedoch ohne Zuschlag oder einer Verzinsung.

Im Grundsatz kann jeder die AHV-Rente aufschieben. Es gibt aber zwei Ausnahmen. Bezüger einer Invalidenrente oder wenn zur Altersrente Hilflosenentschädigungen bezahlt werden, ist ein Aufschub nicht möglich.

Unter folgenden Umständen kann ein Aufschub der AHV-Rente lohnenswert sein:

  • Die persönliche Restlebenserwartung wird als hoch eingeschätzt
  • Durch eine Weiterarbeit nach Erreichen des ordentlichen Pensionierungsalters befindet man sich weiterhin in einer hohen Steuerprogression.

In der Regel und unter normalen Umständen zahlt sich der Aufschub jedoch selten aus. Vor einem Aufschub sollten die Einzelheiten genau abgeklärt werden.

Der Aufschub der AHV ist in der Regel nur bei einer weitergehenden Erwerbstätigkeit sinnvoll und sollte kritisch hinterfragt werden. In der Regel fliessen solche Fragen in eine Planung der eigenen Pensionierung mit ein.

Der Aufschub der AHV Rente ist ein bis fünf Jahre möglich und muss innerhalb eines Jahres nach Erreichen des ordentlichen Pensionierungsalters angemeldet werden. Die Mindestdauer beträgt ein Jahr.

Längere Erwerbstätigkeit, länger AHV Beiträge zahlen

Wird die Erwerbstätigkeit über das AHV Alter hinaus weitergeführt, müssen auch weiterhin AHV Beiträge bezahlt werden, unabhängig davon, ob die Rente aufgeschoben wird oder nicht. Es besteht jedoch ein Freibetrag von CHF 1’400 pro Monat (CHF 16’800 pro Jahr, Stand 2021). Wird der Freibetrag überschritten, so muss nur auf dem Betrag welcher den Freibetrag übersteigt AHV-Beiträge bezahlt werden. Gut zu wissen: Bei mehreren Arbeitgebern gilt die Freigrenze für jeden separat.

Beiträge an die Arbeitslosenversicherung (ALV) müssen ab ordentlicher Pensionierung dagegen keine mehr geleistet werden.

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