Steuern beim Kapitalbezug

In der Schweiz gibt es verschiedene Steuerarten. Neben der Einkommens- und Vermögenssteuer ist für angehende Rentner vor allem die Kapitalauszahlungssteuer wichtig. Sie fällt beispielsweise bei Kapitalbezügen aus der Pensionskasse oder der Säule 3a an. Sie wird bei jedem Bezug von Vorsorgegeldern fällig.

Kapitalbezug – steuern optimieren

Gerade beim Bezug von Vorsorgegeldern sind die Möglichkeiten zur Steueroptimierung vielfältig.

Einkommenslücke bei einer vorzeitigen Pensionierung

Merkmale und Eigenschaften der Kapitalauszahlungssteuer

Die Steuer beim Kapitalbezug ist eine völlig separate Steuer. Sie wird unabhängig vom Einkommen und vom Vermögen berechnet. Wenn also zwei Nachbarn mit derselben Konfession den gleichen Betrag an Vorsorgekapital beziehen, zahlen sie in jedem Fall dieselbe Steuer. Unabhängig davon, ob sich ihre übrige Einkommens- und Vermögenssituation unterscheidet. In den meisten Kantonen unterliegt die Auszahlungssteuer einer Progression.

Das bedeutet, dass bei einem Bezug von 100‘000 Franken die Steuer mehr als doppelt so hoch ausfällt wie bei einem Bezug von 50‘000 Franken. Die Progression wird zudem in den meisten Kantonen auf dem in einem Jahr bezogenen Gesamtbetrag berechnet. In der Regel werden Bezüge von Ehepartnern im selben Jahr addiert, um die Progression zu bestimmen. Bei der Berechnung der Progression gibt es je nach Kanton grosse Unterschiede.

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So hoch sind die Kapitalauszahlungssteuern bei Alleinstehenden

Berechnungsbasis: Unverheiratete Person, ohne Kirchensteuer; Auszahlung mit Alter 65, Berechnung der Progression für Auszahlungsbeträge zwischen 25‘000 Franken und 500‘000 Franken; Stand 2026, Angaben ohne Gewähr

Gemeinde25’000 Franken100’000 Franken250’000 Franken500’000 Franken
Aarau (AG)5334’84617’72341’082
Appenzell (AI)3573’31211’50325’703
Herisau (AR)1’8657’93822’40349’545
Bern (BE)7494’62916’32541’261
Liestal (BL)8403’838 12’15333’603
Basel (BS)7655’288 20’65347’253
Fribourg (FR)4653’23817’40346’506
Genève (GE)1874’60815’56037’065
Glarus (GL)1’1725’16615’47333’643
Chur (GR)7013’23810’76528’803
Delémont (JU)1’3216’17421’39748’185
Luzern (LU)4033’76213’63731’087
Neuchâtel (NE)1’1965’72919’72242’599
Stans (NW)6413’64012’51827’729
Sarnen (OW)1’2955’65716’70136’099
St. Gallen (SG)1’3525’88417’26837’233
Schaffhausen(SH)2963’17612’07026’838
Solothurn (SO)4034’96917’43338’197
Schwyz (SZ)1932’15113’14638’832
Frauenfeld (TG)1’5336’61019’08340’863
Bellinzona (TI)9804’39813’55335’734
Altdorf (UR)9414’24313’16529’028
Lausanne (VD)6074’45616’91940’908
Sion (VS)1’0654’73815’33943’925
Zug (ZG)3502’80511’48928’818
Zürich (ZH)1’1004’87814’75335’805

Quelle: Taxware 2025, VermögensPartner AG

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Je nach Kanton andere Ausprägung der Kapitalauszahlungssteuer

Je nach Wohngemeinde variiert die Höhe der Kapitalbezugssteuer massiv. Weil sich die Berechnungsmethode an kantonalen Vorgaben richten muss, sind die Unterschiede innerhalb von Kantonen weniger gross als zwischen den einzelnen Kantonen. Dazu ein Beispiel: Bei einer alleinstehenden Person ohne Konfession fallen 2026 die Steuern bei einem Bezugsbetrag von 500‘000 Franken in Appenzell (günstigster Kantonshauptort) 23’800 Franken tiefer aus als in der teuersten Gemeinde (Herisau). Im Kanton Zürich (ab Steuerjahr 2022) ist Maschwanden die teuerste Gemeinde und verlangt für den Kapitalbezug von einer halben Million 38’296 Franken. Am günstigsten ist Kilchberg mit einer Steuer von 31’289 Franken. Der Unterschied ist vergleichsweise gering. Innerhalb von Zürich sind die Unterschiede im Vergleich zu anderen Kantonen aber noch relativ gross, weil es sich um einen grossen Kanton mit ganz unterschiedlichen Gemeinden handelt.

Kapitalauszahlungssteuern optimieren

Die grossen regionalen Unterschiede bei der Höhe der Kapitalauszahlungssteuern bieten sich an, um diese zu optimieren. Regionale Unterschiede auszunutzen funktioniert jedoch nur, wenn vorgegebene Fristen eingehalten werden und der Wohnsitz auch tatsächlich und nachhaltig verlegt wird. Diese Möglichkeit der Optimierung kommt also nur für sehr wenige angehende Rentner in Frage, auch wenn sie je nach aktuellem Wohnort eine der effektivsten wäre. Ansonsten gilt es vor allem, die Progression optimal zu brechen. Auch hier gilt, dass die Optimierungsmassnahmen je nach Kanton unterschiedlich aussehen.